Ungarnkarte für Destinator 3

Einleitung

Die Firma Navi-Gate Kft. als offizieller Vertragshändler von Garmin und Destinator hat mir dankenswerterweise eine Testversion der Ungarnkarte für Destinator 3 zur Verfügung gestellt. Mein besonderer Dank gilt hier Otto Nyirö und auch Sven von Schmiterlöw, der mich durch einen Link an die Ungarnkarte erinnerte.

In dieser ersten ungarischen Navigationskarte sind 305 Orte (ca. 250 Städte) mit Hausnummern versehen. Die verkehrsrelevanten Daten (Einbahnstrassen, Abbiegebeschränkungen, erlaubte Geschwindigkeit etc.) sind in Budapest vollständig erfasst, bei den Komitatssitzen sind etwa 20% vorhanden. Autobahnanschlussstellen sind vollständig vorhanden.

Die Karte enthält das vollständige Verbindungsstraßennetz Ungarns, das detaillierte Straßennetz (mit Hausnummern) des Ballungsgebiet Budapest, alle (ca. 250) Städte Ungarns, sowie alle Orte rund um den Balaton. Durch Ortsmittelpunkte sind alle Orte Ungarns aus der Liste auswählbar. Die Datenbank enthält ca. 4000 Sonderziele (POIs), dabei wurden die Tankstellen (mehr als 1000) durch ihren GPS Koordinaten geokodiert. (Normalerweise werden die Sonderziele durch ihre Adresse geokodiert, aber bei den Tankstellen ist es schwer zu definieren.)

Es ist dies die erste Version, Stand der Datenerfassung ist August 2003. Seither wurde die Feldbegehung aller Städte fortgesetzt und die Datenbank wird derzeit mit großem Aufwand verbessert Das Verbindungsstraßennetz Ungarns wurde vollständig mit GPS getrackt, so wird die Genauigkeit der Geometrie auf etwa 15 m verbessert. Im Budapest wird die Geometrie anhand einer Karte im Maßstab 1:1.000 weiter verbessert. Dies gewährleistet dann eine Genauigkeit etwa 1-3m. In allen Städten Ungarns (ca. 250) werden die Geometrie, Straßennamen sowie die Hausnummern durch eine Feldbegehung überprüft, Sonderziele gesammelt sowie alle verkehrsrelevante Daten (Einbahnstrassen, Einbiegebeschränkungen, Kreisverkehre, Straßenklassen) erfasst.

Ein Update mit den verbesserten Daten ist im kommenden Frühling vorgesehen, das dann allen Käufern gratis als Download zur Verfügung gestellt wird.

Die Karte am PocketPC

Zuerst habe ich Destinator 3 (dieser Kartentest ist kein Test von Destinator 3!) und die Ungarnkarte auf den PocketPC installiert. Die Ungarnkarte ist 12,13 MB groß.

Dann war ich zunächst überrascht, dass selbst kleine Orte zu finden waren und noch mehr überrascht, wie viele Orte mit Hausnummern versehen sind. Bei größeren Städten habe ich das erwartet, aber dass Destinator selbst mein regelmäßiges Wochenendurlaubsziel am Balaton hausnummerngenau findet! Erstaunlich!

    

 

Wie bei Destinator 3 üblich, können Ziele als Adresse, Point-Of-Interest, Favorit, bisherige Ziele oder aus den Kontakten gewählt werden.

      

Etwas schwierig gestaltet sich die Suche über Adresse. Hier müsste man die ungarische Schreibweise mit den Akzentzeichen (auf der deutschen Standardtastatur zu erreichen über Sym) kennen um Punktgenau zu landen. Hilfreich ist der seitliche Balken, mit dem einfach durch die Städte und Strassen gescrollt werden kann.

 

Aus den vordefinierten Kategorien können sehr viele POIs ausgewählt werden, die dann gezielt angesteuert werden.

 

 

    

 

  

Selbst angelegte Favoriten erleichtern das Wiederfinden von häufig angefahrenen Adressen ungemein. Diese Favoriten lassen sich unter einem selbst zu definierendem Namen speichern, wenn dieser markant gewählt wurde so findet man seine Ziele sehr rasch.

 

 

 

 

 

Kartenausschnitte selbst erstellen

 

Die ungarische Gesamtkarte wird im MapCutter des Destinator-Installationstools dargestellt.

 

 

 

 

 

 

Daraus kann man eigene Kartenausschnitte erstellen. Durch die integrierte Zoomfunktion kann der zu exportierende Kartenbereich leicht kontrolliert werden.

 

 

 

 

 

Schließlich wird der erstellte Kartenausschnitt abgespeichert. Dabei besteht die Möglichkeit, sich die voraussichtliche Größe des Ausschnittes anzeigen zu lassen.

 

 

 

 

 

Im Navigationsbetrieb

Und jetzt wurde es für mich richtig interessant: Wie verhält sich die Ungarnkarte beim Routen vor Ort?

 

Verwendetes Equipment: iPAQ 2210, Destinator 3 ist auf einer SD-Karte installiert und der TMC-GPS-Empfänger. Der 2210 steckt in einer fix verkabelten Brodithalterung. Entgegen der Version 2 von Destinator muss die TMC-Maus der Firma GNS jetzt vor dem Navigieren mit einem Tool initialisiert werden. Dann wird sie aber sofort erkannt und liefert mit den richtigen Einstellungen den gewohnt hervorragenden GPS-Empfang. Ein Kurztest an einem normalen GPS-Empfänger (GNS 9532) zeigte, dass dieser problemlos erkannt wird (eventuell gegebene Umprogrammierungen von Protokollen habe ich nicht gecheckt).

 

 

 

Als Erstes hatte ich nach der langen Nacht Hunger. Also wählte ich auf der Karte ein gemütliches Lokal (Adresse war mir bekannt) in Sopron aus, zu dem ich ab der ungarischen Grenze auch fehlerfrei geführt wurde. Bei der Fahrt ins Cafe zeigte sich, dass in Sopron die Einbahnen noch nicht erfasst sind (siehe hiezu auch die Einleitung). Dann habe ich Destinator ein wenig geärgert und bin mit eingegebenem Ziel in Budapest zuerst östlich, dann aber südlich weitergefahren. Als mir die ständigen korrekten verbalen Mitteilungen über das Rerouting zu viel wurden, wählte ich hintereinander mehrere reale Ziele aus. Perfekte Navigation am Lande, selbst kleine Nebenstrassen waren erfasst und ich erreichte meine Ziele. Etwas genervt haben mich die (abschaltbaren) Ansagen von Destinator 3 wegen des Überschreitens der zulässigen Höchstgeschwindigkeit. Die ist derzeit noch technisch bedingt, weil den Landstrassen die Höchstgeschwindigkeitwerte nach der Straßenklassifizierung zugeordnet sind.

 

 

 

 

Wie auch bei Teleatlas- und Navtech-Karten können noch nicht alle neuen Kreisverkehre, Umfahrungsstrassen oder Abbiegeregeln tagesaktuell erfasst sein. Auf derartige Abweichungen von den tatsächlichen Strassen bin ich auch gestoßen, aber mit etwas Umsicht und Blick auf die Kartenansicht am PPC sind solche seltene Situationen leicht beherrschbar. Auf meinen über 200 km Fahrt hatte mich die Ungarnkarte jedenfalls nicht grundsätzlich falsch geleitet.

 

Die weite Fahrt nach Budapest zum Ausprobieren korrekt erfasster verkehrsrelevanter Daten (Einbahnen, Abbiegebeschränkungen) habe ich mir erspart. Sobald ich vor Ort bin, werde ich dies aber nachholen. Nur soviel, natürlich habe ich mir das Routing in Budapest angeschaut. Einige Einbahnregelungen habe ich ja zum Glück noch in guter Erinnerung und da stimmte das Routing in den Trockenübungen.

 

Fazit

Soweit ich von meinem Test auf ganz Ungarn schließen kann, funktioniert das Routing überland sehr gut, Autobahnen sind mit ihren Abfahrten komplett erfasst. Die fehlenden Einbahnregelungen und neue Umfahrungen im Hauptverkehrsnetz werden jetzt neuerlich erhoben und stehen mit dem beabsichtigten Gratis-Update im Frühjahr 2004 zur Verfügung. Einem Sommerurlaub in Ungarn mit Navigation steht nichts mehr im Wege!

 

 

Kauf und Preis

Leider ist destinator.de derzeit noch nicht im Besitz der Ungarnkarte und hat diese noch nicht vorrätig. Sobald dies der Fall ist, wird man dies auf der Seite http://www.destinator.de erfahren.

 

In Ungarn kostet Destinator nur mit der Ungarnkarte ohne GPS-Empfänger cirka € 140 exkl. Umsatzsteuer.

Verzeichnis der Händler in Ungarn